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Liebe Gemeindeglieder!


Guter Rat (Theodor Fontane)

1 An einem Sommermorgen
da nimm den Wanderstab,
es fallen deine Sorgen
wie Nebel von dir ab.

2 Des Himmels heitre Bläue
lacht dir ins Herz hinein
und schließt, wie Gottes Treue,
mit seinem Dach dich ein.

3 Rings Blüten nur und Triebe
und Halme von Segen schwer,
dir ist, als zöge die Liebe
des Weges nebenher.

4 So heimisch alles klingt
als wie im Vaterhaus,
und über die Lerchen schwingt
die Seele sich hinaus.

An-ge-dacht

Der Übergang vom Winter in den Frühling war sehr kurz – unvermittelt sind wir im (Früh)Sommer angelangt.

Bei der Morgenrunde mit dem Hund früh schallt mir ein vielstimmiges Gezwitscher aus den inzwischen voll im Laub stehenden Bäumen entgegen, das Gras und die Blumenpracht in den Wiesen steht inzwischen so hoch, dass ein Durchqueren eben dieser nasse Hosenbeine und Schuhe nach sich zieht. Da bleib ich doch lieber auf befestigten Wegen, die Landwirte danken es! Summen und Brummen allerorts – diese Zeit des Jahres erstaunt mich immer wieder und erfüllt mich mit Dankbarkeit gegenüber Gott, der (er)schaffenden Kraft hinter all dem. Diese Zeit im Jahr ist Gottes Humor, uns mit den kleinen Überraschungen Dankbarkeit zu entlocken, uns zum Lachen zu provozieren, uns versöhnlicher zu machen. Wärme zu spüren. Wärme zu geben, unser Leben zu erhellen. Ein Atemholen, ein Aufblühen.

„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“(Evang.Gesangb 361,1)

Das hat wohl auch Paul Gerhardt in Anlehnung an die Psalmworte (Psalm 37,1) empfunden.

Der Sommer kommt mit Macht, die schönste Zeit im Jahr. Die Tage sind lang, die Natur ist auf ihrem Höhepunkt - alles gedeiht und wächst. Die Luft ist mit Leben ausgefüllt. Es ist eine Zeit der Spannung und Entspannung, der Lebenslust und großer Lebensfreude.

Sicher, die dunklen Schatten, die das Leben bereithält, sind nicht verschwunden und tauchen immer wieder auf. Was uns umgibt, setzt hier einen deutlichen Kontrapunkt, der einmünden kann in die Aufforderung, die uns Theodor Fontane mit auf den Weg gibt: Guter Rat! (s. oben)

Und eben dem Wunsch von Paul Gerhardt, festzuhalten an dem, was wir hoffen und derzeit im Aufblühen der Natur als Spiegel Gottes sehen.

Befiehl du deine Wege der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.

Ihr Pfarrer