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Liebe Gemeindeglieder!

Foto: S.K. / Pixelio.de


„Alles stehen und liegen lassen“, wer macht das schon gern? Eine Aufgabe unerledigt mit nach Hause nehmen, ohne dass sie von der „Todo“-Liste gestrichen werden kann – mich stressen solche Momente immer. Zum Beispiel, wenn ich die Wäsche in der Waschmaschine lassen muss oder wenn ich einen Brief unvollendet ins Ablagefach am Schreibtisch legen, weil mich ein wichtiger Anruf ereilt.

Manchmal sind solche Abbrüche aber auch notwendig und heilsam. In der Tradition der Klöster wie sie in evangelischen Communitäten gelebt wird, gehört der Abbruch einer Arbeit zum Alltag, nämlich immer, wenn die Glocke zum Gebet ruft – oft viermal am Tag.

So fromm sind die meisten Christen nicht. Und doch hat jeder Mensch seine Wellness-Oasen im Alltag: Bei mir sind es zum Beispiel die Essenzeiten mit der Familie, für die ich gerne erstmal alles liegen lasse. Oder ich drehe eine Runde mit den Hunden, um frische Luft zu holen. In diesen kleinen Auszeiten sind die alltäglichen Gedanken natürlich dabei. Die wird man nicht so schnell los. Aber oft sortiert sich etwas neu, das vorher kompliziert erschien oder es kommt eine gute Idee, die ich vorher noch nicht hatte. Haben Sie auch solche Oasen im Alltag?
Dabei sind wir übrigens in guter Gesellschaft: Die Evangelien berichten an mehreren Stellen, dass Jesus nach getaner Arbeit – predigen, heilen, 5000 Menschen satt machen – auf einen Berg stieg, „um für sich zu sein und zu beten.“ (Mt 14,23) Dabei holte sich Jesus nicht nur die Kraft für seine Arbeit, sondern er stärkte auch seine Seele, seinen Glauben.
Natürlich sind wir nicht Jesus. Aber Kraft spenden können unsere Oasen des Alltags sicher auch, wenn wir sie nutzen. In der Sommerzeit hat manch einer das Glück ein paar Tage Urlaub machen zu können. Aber auch wenn das nicht der Fall ist, möchte ich Sie ermutigen sich Zeit zu nehmen, die Oasen des Alltags zu nutzen.

Zeit für Ihre Lieben. Zeit für Sie selbst. Zeit für Gott!

Eine geruhsame Sommerzeit wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin, Lisa Heußner!