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Liebe Gemeindeglieder!



Tagelang, so wird erzählt, grübelte der große Kirchenvater Augustin über das Geheimnis des christlichen Gottesbildes: die Dreieinigkeit Gottes. Aber was er auch dachte, er kam zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis.

Eines Nachts, im Traum, spazierte er am Ufer des Meeres und sah einen kleinen Jungen. Der schöpfte Meerwasser mit einer Muschel und brachte es in ein kleines Sandloch. So ging das wieder und wieder. „Was tust du da?“ fragte ihn der Kirchenvater. „Ich will das ganze Meer in dieses Loch schütten“, antwortete der Kleine. „Was für ein Unsinn,“ belehrte ihn Augustin, „deine Sandkuhle ist doch viel zu klein für das große Meer!“

Da sah ihn der Junge mit durchdringenden Augen an: „Und du, Augustin, versuchst schon seit Tagen, die große Dreieinigkeit Gottes in deinen kleinen Verstand zu bekommen…“ Ein Kind ist es, das dem großen gelehrten Kirchenvater Augustin die Augen öffnet und ihm beibringt, dass man ein Leben lang nicht fertig wird damit, Gott zu fassen.

Ihn als Vater, Sohn und Heiligen Geist, zu denken, das ist ein Versuch, diesem eigenwilligen Gott näher zu kommen. Gott schenkt das Leben, Gott zeigt uns sein tiefstes Wesen in Jesus von Nazareth, Gott ermutigt und tröstet uns durch seinen Geist.

Gott Vater, Sohn und heiliger Geist – für mich steckt hinter dieser Formel, dass Gott lebendig, beziehungsfähig und beweglich ist.
Und gerade das ist die Garantie dafür, dass er sich auch auf uns, die wir uns doch ständig verändern und bewegen, wirklich einstellen kann. Wir haben ein Leben lang Zeit, das zu erfahren mit allen Sinnen, mit Herz und Verstand.

Es grüßt Sie herzlichst, Ihre Pfarrerin Lisa Heußner