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Johanniskirche Markt Taschendorf


Taschendorf ist ein slawisch-deutscher Mischname und ist auf die Zeit 850 v. Chr. zurückverfolgt.

Markt-Taschendorf ist eine in Hügeln und Tälern eingebettete Wohngemeinde, an den Südöstlichen Ausläufern des Steigerwaldes.
Im nördlichen Teil des Landkreises Neustadt an der Aisch / Bad Windsheim, schmiegt sich
Markt Taschendorf in die Täler der „Kleinen Weisach“ und „ Steinach“.
Das sind linke Nebenflüsschen der Aisch. Mit ( 413 m, über NN ) ist die „Hohe Föhre“ die höchste Erhebung.

Die Gemeinde besteht aus den Orten, Markt-Taschendorf, Obertaschendorf, Hombeer,
Birkach, Frankfurt, Obersteinbach und Lachheim.
Die Marktgemeinde zählt mit den Gemeindeteilen momentan 1112 Einwohner.

Etwa um das 9. Jahrhundert nach Chr. wurde Taschendorf gegründet.
Einer mündlichen Überlieferung zufolge hat sich „Tassilo“ hier niedergelassen.
Ob „Tassilo“ im Zusammenhang mit einem Teil des Ortsnamen steht ist unklar.

Im Nord / Osten der Wald- und Felderfluren befindet sich die Grasbach, mit ihrer Quelle.

Aus Schriftstücken geht hervor, daß die heutige Grasbach früher „inferiori Taschendorf“
also Unter- später dann Markt-Taschendorf genannt wurde.

Dort wurden die Reste eines Brunnens gefunden ( etwa 30 cm unter dem Waldboden ).
In der Nähe davon fand man Ziegelsteine, die ohne Zweifel zu einem Backofen gehörten.
Unweit dieser Fundstellen befindet sich die Grasbachquelle.
In Centbeschreibungen wurden Brunnen, Backofen und Grasbachquelle als Orientierung der Grenzen aufgelistet.

Von der „ Ersten Eisenzeit, 850 – 550 v. Chr. fand man auch bei Taschendorf, Hügelgräber,
die leider nicht sorgfältig erforscht wurden.
In diesem Zusammenhang wurde in der Grasbach ein Umkreis von Radius 3 km erforscht.
Also eine Fläche von ca. 28 qkm.

In diesem Bereich fand man Anzeichen auf 11 untergegangene Dörfer und Siedlungen.

Der Zerfall dieser Orte wurde durch den 30 jährigen Krieg gefördert.
Ein weiterer Grund für den Untergang , wird auch eine Klimaverschlechterung, mit ungewöhnlich kalten Wintern, mit Massen von Schnee und nachfolgendem Hochwasser,
sowie anhaltende Dürren im Sommer, gewesen sein.
Deren Folge die große Hungersnot im Jahre 1432 – 1438 war.

1285 wird der Ort erstmals schriftlich erwähnt.

1406 verkaufte Heinz von Sekkendorf den Ort, an Heinrich von Stieber.

1412 erwarben ihn die Herren von Eyb.

1424 verpflichteten sich Hans und Peter Rieter zu Nürnberg freiwillig, den Kirchhof mit
einer mäßig hohen Mauer zu umgeben, nicht mit Gräbern und Zäunen zu befestigen.

Im Jahre 1500 erhielt Markt-Taschendorf das Marktrecht.
Daher kann sich seit dieser Zeit, der Ort Markt, Markt – Taschendorf nennen.

Aber in den letzten 70 Jahren haben die Märkte selbst, immer mehr an Bedeutung verloren.

Zahlreiche Handwerker z.B. Drechsler, Wagner, Schreinen, Schmied, Schneider,
Buchbinder, mehrere Schuster, drei Brauereien, drei Mühlen und eine
Schnapsbrennerei hatten hier ihren Sitz.

Besonders bekannt war der Ort aber durch seine Weber, die durch ihr sehr gutes Maß
– eine Taschendorfer Elle = 66 cm. (andere Ellen betrugen nur 60 -62 cm ). Den Ruf Markt-Taschendorfs weit ins Land hinein trugen und somit Händler aus Ober – und Unterfranken anlockten.

1546 wiederum erwarb Georg Erkinger von Lentersheim den Ort.

Als 1608 der 30 – jährige Krieg begann, wurde der Ort schwer heimgesucht.

1732 wurde Taschendorf an Paul Martin Eichler von Auritz verkauft.
Nach dassen Tod ging es an den Sohn Wilhelm Christoph über, dieser verspielte das
ganze Gut jedoch in einer einzigen Nacht, um 100 000 Gulden, an den Wurster von Kreuzberg.

Das Wappen von Markt – Taschendorf, ist in der Hälfte geteilt.
Die obere Hälfte ist gold mit einer grünen Schalenwage.
Dessen Ursprung auf die bedeutenden Taschendorfer Jahrmärkte schon vor dem
30 – jährigen Krieg hinweist.
Die untere Hälfte des Wappens ist noch einmal schräg abgeteilt, einen Teil schwarz,
der andere Rot und Silber geschachtet, welches auf die Adelsherrschaft Lentersheim
hinweist. Deren Familienwappen in das Gemeindliche Hoheitswappen aufgenommen
wurde, da die Familie den heutigen Ortsteil Obersteinbach in seiner Entwicklung günstig beeinflusste.

Sehenswürdigkeiten :
Evangelische Pfarrkirche benannt nach Johannes dem Täufer.
Deshalb wird die Kirchweih auch immer zum Johannistag, zwischen dem 17. und dem
24. Juni gefeiert.

Die Sakristeimauer, enthält einen aus dem Jahre 1403 bezeichneten Stein.

In der Friedhofsmauer befindet sich ein erhabener Totenkopf.

Nachdem der alte Friedhof, um die Kirche nicht mehr ausreichte, wurde im Jahre 1929
ein neuer Friedhof am Ortsrand gegen Hombeer errichtet.
Im Zuge der Dorferneuerung wurde er 1992 erweitert.

Der Chorturm mit Deckenfresken der 4 Evangelisten, stammt vermutlich aus der Spätgotik,
also 15. Jahrhundert.

Auch ein 3x2 Meter großes gotisches Fresko, das den Traum Jakobs darstellt,
befindet sich im Kirchenschiff.

Der achteckige Taufstein aus dem Jahre 1604, wurde von einem einheimischen Bildhauer gefertigt.
Die Inschrift lautet HANS/RS/BAUMANN/ZU/MDASCHENDORF:

Die Kanzel ist aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts

Der Rokkoaltar mit dem Kruzefix um 1760 / 1777 .

Die weitere Innenausstattung ist vom 17. Und 18. Jahrhundert.

1958 wurde die Kirche innen renoviert und mit einer Elektroheizung ausgestattet.

1970 wurde sie von außen renoviert.

Die Gemeinde ist dem Schulverband Scheinfeld zugehörig.

Markt- Taschendorf ist eine landwirtschaftlich orientierte Gemeinde im Naturpark Steigerwald mit großer baulicher Entwicklung und vielen Ansätzen im Fremdenverkehr.

Es werden zahlreiche Wanderwege, Fahrradwege, Trimm–dich-Pfad, öffentlicher Grillplatz, Spielplätze und gut geführte Gastronomie mit Betten und Wohnungen in verschiedenen Ortsteilen geboten.

Kultureller Mittelpunkt:
Männergesangverein, Bläsergruppe Obersteinbach, Kirchenchor und Posaunenchor.

Sportliche Vereine:
Motorsportclub, Soldatenkammeradschaft, Schützen und Sportfischer.

Soziale Verein:
Diakonie.

Gesellschaftlicher Mittelpunkt:
Blumen und Gartenfreunde und die freiwillige Feuerwehr.

Wirtschaftliche Schwerpunkte:
Sind das mittelständische Handwerk, Gastronomie, Betrieb für Landschaftsgestalltung, Schmiedehandwerk, Bauhandwerk, Land–und Forstwirtschaftliche Betriebe.

Bauliche Entwicklung:
Vergrößerung der Wohngemeinde, Neuansiedlung, Gewerbegebiet,
zentrale Wasserversorgung und Kanalisation.

Am westlichen Ortsausgang befindet sich der Flurbereinigungsgedenkstein, 1973-1984.

Ein Brunnen in der Ortsmitte, erinnert an den Abschluss der Dorferneuerung 1986/1987.

Außerdem Neubau eines Kindergartens.
Bau eines Sportheimes mit einem Fußballplatz.
Neubau eines Feuerwehrhauses.
Renovierung des Rathauses.


Erstellt von Benjamin Sammetinger
Markt Taschendorf im Januar 2002